Geschichten

 

Willi Breuer

Willi Breuer

Mein Bruder Jo ist Taxifahrer und wohnt in der Kölner Südstadt. Irgendwann um fünf Uhr morgens kommt er nach seiner Nachtschicht an Deinem Schaufenster vorbei, dreht sich dort eine Zigarette und guckt sich die Bilder an. Jedenfalls sieht er dort das Bärenbild, was du von meinem Bär ’Willi Breuer’ gemacht hast, und hat das unglaubliche Gefühl, diesen Bär schon seit Urzeiten zu kennen.
 Was ja für einen gestandenen Taxifahrer mitten in der Nacht eine recht seltsame Erfahrung ist.
Weihnachten sitzen wir zusammen und kramen in alten Dingen in meinem Schrank, und unter anderem taucht auch mein alter Bär auf … Und dabei fällt ihm auf, dass er ein Portrait von dem alten Bär seiner kleinen Schwester irgendwo in der Nacht in einem Schaufenster gesehen hat. Das ist doch romanreif, oder?
S.B.

Herr Schede

Herr Schede

Herr Schede kam schon kurz nach meiner Geburt (vor über 40 Jahren) zu mir. Sein voller Name ist übrigens Teddy Scheddy Meier Müller Schmecktgut, Herr Schede ist die Kurzform und der Rufname. 
Er war früher ein echter Freund und Spielkumpel, für mich war er ein ständiger Begleiter, der nie länger von meiner Seite gewichen ist, mit dem ich viele Zwiegespräche geführt habe (vor allem abends im Bett, wo er immer bei mir war). Herr Schede war der Chef meiner Kuscheltiersammlung; in den vielen Spielen hatte er stets die „gute“ Rolle und das gute Ende für sich.
 Durch die wilden Spiele mit ihm musste er immer wieder mit Stopfnadeln zusammengeflickt werden, so dass von seinem ursprünglichen Kuschelfell nichts mehr übrig geblieben ist. Ich fand aber, dass er über die Jahre immer hübscher geworden ist. Seit vielen Jahren sitzt er jetzt bei uns im Bücherbord. Meine beiden eigenen Kinder lasse ich nicht so gerne mit ihm spielen, damit er auf seine alten Tag nicht noch mehr zerzaust wird und uns lange noch erhalten bleibt …
M.M.

hoppi

Hoppi

Hoppi, ein ca. 80 cm großes Känguru und ich waren lange Freunde. Ich bekam ihn zu meinem 1. Geburtstag von meinen Eltern geschenkt. Oft lag ich in seinen Armen, denn er war eine weiche und angenehme Ruhestätte. Hoppi hatte eine Bauchtasche in der er ein kleines Känguru trug. Das Kleine fungierte allerdings meistens als Wurfgeschoss gegen meine Brüder. Diesen Zweck erfüllte es vorzüglich. Hoppi lebt heute ein ruhiges Seniorenleben in meinem Elternhaus und immer wenn ich ihn sehe, erinnert er mich an frohe Kindertage in diesem Haus. Danke, Hoppi.

herbert

Herbert Leichtfuß

Herbert und ich kennen uns seit 1983, er lag unter dem Weihnachtsbaum als ich 3 Jahr alt war. Ich kann nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war.Ins Herz geschlossen habe ich Herbert aber, als er abends zusammen mit meiner Mutter an meinem Bett saß. Als Handpuppe war er dort sehr aktiv und konnte sogar sprechen!  Mit seinem offenen, freundlichen Lächeln und seinen kleinen Armen, die mich liebevoll umarmten, war es um mich geschehen. Seit dem ist Herbert mein treuer Freund und Begleiter. Für alle war klar: Linda und Herbert gehören zusammen. Zugegeben, ab und zu habe ich Herbert mal irgendwo liegen lassen, aber Herbert ist immer wieder zu mir zurückgekommen, denn Freunde und Bekannte wussten ja, wo der freundliche Kerl wohnt. Das ist bis heute so geblieben. Meine Familie liebt Herbert genau so wie ich und er ist ein Teil von uns. Seine Meinung ist uns wichtig, wir fragen ihn regelmäßig, wie es ihm geht und Herbert freut sich riesig, dass er mit in den Urlaub darf.
M.L.

manni

 Manni

Das ist Manni. Es ist das alte Stofftier meines Vaters von dem ich erst nach seinem Tod erfahren habe. Die zweite Frau meines Vaters gab ihn mir nachdem mein Vater im Krankenhaus gestorben war. Mein Vater war leidenschaftlicher Wanderer und eigentlich jedes Wochenende auf einer Tour mit seinen Wanderfreunden, manchmal auch alleine unterwegs. In den Ferien fuhr er manchmal sogar in ferne Länder und wanderte durch das Land. Manni war wohl sein ständiger Begleiter, der nun auch viel von der Welt gesehen haben muß. Warum er nur noch ein Ohr hat weiß ich nicht und gerne würde ich ihn Dinge fragen, die er in den offensichtlich vielen gemeinsamen Jahren mit meinem Vater erlebt hat.
A.M.

Karl Schellenberg

Karl Schellenberg

Das ist Karl Schellenberg, mein Bär aus Kindheitstagen. Er ist ein alter Bär aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, der damals noch ein sauberes gelbes Fell hatte und tief und laut brummen konnte. Und so kam er zu mir: Eines Tages steckte man ihn in einen engen Karton, ein junger Mann, es war mein erster Freund, legte einen Glückwunschkarte zum meinem bestandenen Examen dazu und schickte ihn per Post zu mir auf die Reise. Am Zielort bei mir angekommen, ließ der Postbote das Paket fallen und mein Bär brummte wütend in dem dunklen Karton. Der Postbote sprang erschrocken zurück. Als ich ihn dann auspackte wollte ich ihn mit leisem Gebrumm vorstellen, doch der Sturz hatte ihm die Stimme genommen und er war nun ein stummer Bär. Aber ich fand ihn trotzdem toll und er ist seit über 60 Jahren mein treuer Freund und Hausgenosse. Der junge Mann von damals ist schon lange tot und meine Haare sind inzwischen weiß. Manchmal nicken wir uns verständnisvoll zu wenn Arme und Beine nicht mehr so wollen wie sie sollen.
L.S.

‘Bär’

Harri Blum

Das ist ‘Bär’, der Bär meines Vaters. Er hatte keinen Namen. Meine Mutter hatte ihn meinem Vater als Talismann geschenkt als er 1939 zum Militär eingezogen wurde. Er sollte ihm Glück und uns unseren Mann und Vater wieder heil nach Hause bringen. Mein Vater mußte an die Front nach Dresden. Als bei der Bombardierung und Zerstörung Dresdens sein Bein zertrümmert wurde, brachte man ihn in ein Lazarett. Als er einigermaßen wiederhergestellt war, soweit man das in seinem Zustand behaupten kann, gelang ihm die Flucht nach Aue im Erzgebirge, wo meine Mutter Schutz bei Verwandten suchte, weil Köln und somit unsere Wohnung ja auch zerstört war. Nach einiger Zeit stellte er sich dann jedoch den Behörden, er hatte schließlich Fahnenflucht begangen. Die Kriegsgefangenschaft dauerte dann noch über 2 Jahre. Der Bär war in dieser ganzen schweren Zeit bei ihm. Er trug ihn immer in seiner Hosentasche bei sich.